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Frage Rechter Außenspiegel - Die aktuelle Repro im Detail...
- Ekki
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28 Mai 2011 00:18
Hallo zusammen,
hier wie versprochen einige Details zu dem rechten Außenspiegel, den man auf Initiative eines Citroen Fans derzeit für €250.- erstehen kann.
Der Spiegel wird nur auf Bestellung gefertigt, so dass man sich ein paar Wochen gedulden muss, bis der Briefbote die „Rohfassung“ nach Hause bringt. Geliefert wird der gesamte Spiegel „montagefertig“, das heißt inklusive Glas, Spiegelarm, Fuß und Türverschraubung.
Schnell wird klar, dass es sich bei dem Spiegel um einen Aluguss-Rohling handelt, der unbedingt vor der Lackierung noch nachmodelliert und gefüllert werden muss. Dies ist also kein „Plug & Play“ Spiegel, den man mal eben mit der Sprühdose überlackiert und dann an sein Auto schraubt.
Die Form trifft das Original gut (abgesehen von der Spiegelung natürlich), wie die Gegenüberstellung belegt.
Wenn man ganz genau vergleicht, wird man bemerken, dass die Nachfertigung ein klein wenig „runder“ ausfällt, aber im durchaus tolerablen Rahmen.
Auch die Größe ist nahezu identisch, es wird übrigens genau das selbe Spiegelglas verwendet, so dass im Falle eines Bruchs ein linkes Spiegelglas als Ersatz dienen kann.
Der Hauptunterschied, den man eigentlich unbedingt nachkorrigieren muss, ist der vordere Spiegelrahmen: Er ist nicht abgerundet wir beim Original, sondern flach und wirkt dadurch im Vergleich sehr grob und viel zu breit.
Der Aluguss lässt sich zum Glück sehr gut nachbearbeiten. Mit einer Flachen Metallfeile kann man die gewünschte Rundung in den Rahmen feilen. Mit entsprechender Sorgfalt ist man damit gut zwei bis drei Stunden als Laie beschäftigt.
<--- Diese Kanten muss man feilen, bis sich ein Rundprofil ergibt
Die Halterung des Fußes ist komplett aus Edelstahl gedreht und übertrifft die Qualität des Originals bei Weitem. Vor allem die Kugelpfanne im Inneren des Spiegels macht einen sehr stabilen Eindruck.
Wie man sieht handelt es sich um die kurze Fassung, als genau wie auf der rechten Seite. Genau so wollte ich es aus Symmetriegründen haben, denn der verlängerte Arm sieht meiner Meinung nach total albern aus. Die Funktionalität hingegen leidet natürlich unter dem kurzen Arm, denn viel sieht man im rechten Außenspiegel so nicht, weil die A-Säule im Weg ist.
Dauerkritiker werden bemerken, dass die Abschrägungen am Mittelteil ein wenig flacher ausfallen, als bei den meisten Originalen. Das stimmt zwar, aber eine einheitliche Form gab es auch beim Original anscheinend nicht. Ich habe hier z.B. zwei originale Spiegel und selbst bei den beiden Citroen-Originalen gab es Unterschiede in Dicke und Winkel.
Perfektionisten polieren das gesamte Edelstahl noch einmal mit einem Dremel und Polierpaste auf, dann sieht es besser aus als verchromt und ist auch wesentlich langlebiger. Mir gefällt die Konstruktion so gut, dass ich mir für den rechten Spiegel einen zweiten Fuß bestellt habe.
Hat man die Vorarbeiten abgeschlossen (siehe oben) gibt man das ganze an einen Karosseriebauer / Lackierer, der sein Handwerk versteht, denn er muss schließlich den rauen Rohling noch fertig modellieren, füllern und hochwertig in Wagenfarbe lackieren.
Ist der Spiegel zurück vom Lackierer, geht es an den finalen Zusammenbau: Man schraubt Haltearm und Kugelpfanne an die untere Spiegelhälfte, dann setzt man das Spiegelglas, das von einer Gummidichtung umgeben ist, in die obere Hälfte, bis sie stramm sitzt:
Nun setzt man beide Hälften aufeinander und schraubt sie unter ständiger Kontrolle, dass das Spiegelglas nicht unter zu starke Spannung gerät, zusammen. Ich habe die mitgelieferten Kreuzschrauben gegen Edelstahl-Inbusschrauben ersetzt, da diese von besserer Qualität sind:
Hat man alles richtig gemacht, ist der Spiegel fertig und strahlt in kaum wiederzuerkennender Pracht, wie die folgenden Bilder beweisen.
In der Vorderansicht sieht man sehr gut, wie der Spiegelrahmen nun abgerundet ist, wie beim Original:
Nun gilt es, mit dem Prachtstück den Wagen weiter zu veredeln. Dafür schraubt man den Gewindeeinsatz mit Hilfe eines großen Flachschraubenziehers in die Tür. Der Einsatz hat eine transparente Gummiunterlegscheibe, so dass die Tür nicht verkratzt werden kann:
Im abschließenden Schritt schraubt man den kompletten Spiegel auf dieses Gewinde, dafür ist der Ring subtil an beiden Seiten abgeflacht:
Wegen der Beschädigungsgefahr sollte man nicht zu einer Zange greifen, sondern zu einem passenden Schraubenschlüssel oder zu einem Engländer. Diesen setzt man vorsichtig an und dreht den Kranz so weit, bis das Kugelgelenk stramm sitzt und man den Spiegel stabil justieren kann. Dabei sollte man ganz vorsichtig sein, denn eine falsche Bewegung und man hat eine Schramme in der Tür. Nach der Montage ist man schließlich fertig und kann die Früchte seiner Arbeit genießen:
Fazit:
Die aktuelle Reproduktion des rechten Außenspiegels von Herrn Panitz ist zu einem Preis von €250.- ein faires Angebot. Sicherlich, es handelt sich hierbei um keine Plug & Play Lösung: Geliefert wird der Spiegel in einer etwas groben Rohform, die man an diversen Stellen noch nachbearbeiten muss und das Lackieren sollte man einem Profi überlassen, aber man sollte hierbei auch fair beachten, dass es sich um eine durch eine Privatperson initiierte Serie in Mini-Stückzahl handelt, die in Deutschland nur sehr schwer bezahlbar realisierbar ist. Zum Vergleich: Die vergleichbare Reproduktion aus Frankreich ist ebenfalls nicht lackierfertig, kostet mehr und ist nicht aus Metall, sondern aus einem ziemlich dünnen Plastik.
Ich persönlich bin für dieses Engagement im Interesse der SM-Fahrer sehr dankbar und mit dem Ergebnis dieses Alu-Spiegels mehr als zufrieden. Die Mühe ist es wert und wird letztendlich mit einem hochwertigen Spiegel belohnt, der optisch sehr gut zu dem Wagen passt und eine lange Lebensdauer erwarten lässt.
Viele Grüße,
Ekki
hier wie versprochen einige Details zu dem rechten Außenspiegel, den man auf Initiative eines Citroen Fans derzeit für €250.- erstehen kann.
Der Spiegel wird nur auf Bestellung gefertigt, so dass man sich ein paar Wochen gedulden muss, bis der Briefbote die „Rohfassung“ nach Hause bringt. Geliefert wird der gesamte Spiegel „montagefertig“, das heißt inklusive Glas, Spiegelarm, Fuß und Türverschraubung.
Schnell wird klar, dass es sich bei dem Spiegel um einen Aluguss-Rohling handelt, der unbedingt vor der Lackierung noch nachmodelliert und gefüllert werden muss. Dies ist also kein „Plug & Play“ Spiegel, den man mal eben mit der Sprühdose überlackiert und dann an sein Auto schraubt.
Die Form trifft das Original gut (abgesehen von der Spiegelung natürlich), wie die Gegenüberstellung belegt.
Wenn man ganz genau vergleicht, wird man bemerken, dass die Nachfertigung ein klein wenig „runder“ ausfällt, aber im durchaus tolerablen Rahmen.
Auch die Größe ist nahezu identisch, es wird übrigens genau das selbe Spiegelglas verwendet, so dass im Falle eines Bruchs ein linkes Spiegelglas als Ersatz dienen kann.
Der Hauptunterschied, den man eigentlich unbedingt nachkorrigieren muss, ist der vordere Spiegelrahmen: Er ist nicht abgerundet wir beim Original, sondern flach und wirkt dadurch im Vergleich sehr grob und viel zu breit.
Der Aluguss lässt sich zum Glück sehr gut nachbearbeiten. Mit einer Flachen Metallfeile kann man die gewünschte Rundung in den Rahmen feilen. Mit entsprechender Sorgfalt ist man damit gut zwei bis drei Stunden als Laie beschäftigt.
<--- Diese Kanten muss man feilen, bis sich ein Rundprofil ergibt
Die Halterung des Fußes ist komplett aus Edelstahl gedreht und übertrifft die Qualität des Originals bei Weitem. Vor allem die Kugelpfanne im Inneren des Spiegels macht einen sehr stabilen Eindruck.
Wie man sieht handelt es sich um die kurze Fassung, als genau wie auf der rechten Seite. Genau so wollte ich es aus Symmetriegründen haben, denn der verlängerte Arm sieht meiner Meinung nach total albern aus. Die Funktionalität hingegen leidet natürlich unter dem kurzen Arm, denn viel sieht man im rechten Außenspiegel so nicht, weil die A-Säule im Weg ist.
Dauerkritiker werden bemerken, dass die Abschrägungen am Mittelteil ein wenig flacher ausfallen, als bei den meisten Originalen. Das stimmt zwar, aber eine einheitliche Form gab es auch beim Original anscheinend nicht. Ich habe hier z.B. zwei originale Spiegel und selbst bei den beiden Citroen-Originalen gab es Unterschiede in Dicke und Winkel.
Perfektionisten polieren das gesamte Edelstahl noch einmal mit einem Dremel und Polierpaste auf, dann sieht es besser aus als verchromt und ist auch wesentlich langlebiger. Mir gefällt die Konstruktion so gut, dass ich mir für den rechten Spiegel einen zweiten Fuß bestellt habe.
Hat man die Vorarbeiten abgeschlossen (siehe oben) gibt man das ganze an einen Karosseriebauer / Lackierer, der sein Handwerk versteht, denn er muss schließlich den rauen Rohling noch fertig modellieren, füllern und hochwertig in Wagenfarbe lackieren.
Ist der Spiegel zurück vom Lackierer, geht es an den finalen Zusammenbau: Man schraubt Haltearm und Kugelpfanne an die untere Spiegelhälfte, dann setzt man das Spiegelglas, das von einer Gummidichtung umgeben ist, in die obere Hälfte, bis sie stramm sitzt:
Nun setzt man beide Hälften aufeinander und schraubt sie unter ständiger Kontrolle, dass das Spiegelglas nicht unter zu starke Spannung gerät, zusammen. Ich habe die mitgelieferten Kreuzschrauben gegen Edelstahl-Inbusschrauben ersetzt, da diese von besserer Qualität sind:
Hat man alles richtig gemacht, ist der Spiegel fertig und strahlt in kaum wiederzuerkennender Pracht, wie die folgenden Bilder beweisen.
In der Vorderansicht sieht man sehr gut, wie der Spiegelrahmen nun abgerundet ist, wie beim Original:
Nun gilt es, mit dem Prachtstück den Wagen weiter zu veredeln. Dafür schraubt man den Gewindeeinsatz mit Hilfe eines großen Flachschraubenziehers in die Tür. Der Einsatz hat eine transparente Gummiunterlegscheibe, so dass die Tür nicht verkratzt werden kann:
Im abschließenden Schritt schraubt man den kompletten Spiegel auf dieses Gewinde, dafür ist der Ring subtil an beiden Seiten abgeflacht:
Wegen der Beschädigungsgefahr sollte man nicht zu einer Zange greifen, sondern zu einem passenden Schraubenschlüssel oder zu einem Engländer. Diesen setzt man vorsichtig an und dreht den Kranz so weit, bis das Kugelgelenk stramm sitzt und man den Spiegel stabil justieren kann. Dabei sollte man ganz vorsichtig sein, denn eine falsche Bewegung und man hat eine Schramme in der Tür. Nach der Montage ist man schließlich fertig und kann die Früchte seiner Arbeit genießen:
Fazit:
Die aktuelle Reproduktion des rechten Außenspiegels von Herrn Panitz ist zu einem Preis von €250.- ein faires Angebot. Sicherlich, es handelt sich hierbei um keine Plug & Play Lösung: Geliefert wird der Spiegel in einer etwas groben Rohform, die man an diversen Stellen noch nachbearbeiten muss und das Lackieren sollte man einem Profi überlassen, aber man sollte hierbei auch fair beachten, dass es sich um eine durch eine Privatperson initiierte Serie in Mini-Stückzahl handelt, die in Deutschland nur sehr schwer bezahlbar realisierbar ist. Zum Vergleich: Die vergleichbare Reproduktion aus Frankreich ist ebenfalls nicht lackierfertig, kostet mehr und ist nicht aus Metall, sondern aus einem ziemlich dünnen Plastik.
Ich persönlich bin für dieses Engagement im Interesse der SM-Fahrer sehr dankbar und mit dem Ergebnis dieses Alu-Spiegels mehr als zufrieden. Die Mühe ist es wert und wird letztendlich mit einem hochwertigen Spiegel belohnt, der optisch sehr gut zu dem Wagen passt und eine lange Lebensdauer erwarten lässt.
Viele Grüße,
Ekki
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